Mehr als 40 Jahre ist es her, als Spaniens Nationalmannschaft den einzigen Titel gewinnen konnte - den des Europameisters 1964. Als Zweiter exakt 20 Jahre später, im Finale den Franzosen mit 0:2 unterlegen, knüpften sie noch einmal annähernd an den großen Erfolg an. Dann aber blieb nur noch Frust.
Bei Welttitelkämpfen war die "Selección Española", abgesehen von einem vierten Platz 1950, immer spätestens im Viertelfinale mit ihrem Latein am Ende. Das verwundert sehr angesichts der Stärke der heimischen Meisterschaft, schließlich zählt die Primera Divisón zu den besten Ligen der Welt. Spanische Vereine spielen selbst im europäischen Fußball eine führende Rolle. Darüber hinaus gehört Spanien im Nachwuchsbereich seit Jahren zur Weltspitze. Zahlreiche Titel wurden in der jüngeren Vergangenheit in den unterschiedlichen Altersklassen eingefahren. Nicht zuletzt holte die U23-Auswahl 1992 in Barcelona sogar Olympiagold.
Das Problem im spanischen Fußball ist eher grundsätzlicher Art. Seit jeher genießen die Klubs einen viel höheren Stellenwert als das Nationalteam. Während in anderen Ländern die Fans landesweit hinter der Nationalmannschaft stehen, stellt sich die Situation in Spanien ganz anders dar. Besonders in den Köpfen hat sich die Einheit Spaniens längst nicht verfestigt. Die verschiedenen Regionen legen wert auf ihre Autonomie und pflegen eigene Sprachen. Katalanen, Galicier, Basken - alle kochen sie hier ihr eigenes Süppchen.