FIFA droht Spanien mit EM-Ausschluss19. 02. 2008 - Enrico Barz
Der Weltfußballverband FIFA lässt in Person des Präsidenten Joseph Blatter mal wieder die Muskeln spielen. Jetzt drohte er Spanien, die Nationalmannschaft von der EM und die Vereine von den internationalen Wettbewerben wie Champions League und UEFA-Cup auszuschließen.
Hinter diesen Gebärden steckt eine grundsätzliche Forderung der FIFA, dass jegliche politische Einflussnahme von Regierungsseite auf nationale Fußballverbände verhindert werden soll. So hatte Spaniens Sportrat (CSD) jüngst alle nationalen Sportverbände aufgefordert, Neuwahlen ihrer Führungsgremien abzuhalten. Verbände, deren Sportler sich für die Olympischen Spiele in Peking qualifiziert haben, sollen dies nach dem Großereignis tun. Alle anderen sind bereits im Sommer gefordert. Hierzu zählt auch der spanische Fußballverband (RFEF), dessen Olympiaauswahl die Qualifikation für Peking verpasste.
RFEF-Präsident Ángel María Villar Llona war von der Forderung nach Neuwahlen wenig begeistert. Doch statt den gesetzlich möglichen Weg einer Fristverlängerung zu gehen, wandte er sich an seine Freund Joseph Blatter. Wohl wissend, dass die FIFA bei diesem Thema äußerst sensibel reagiert. Jaime Lissavetzky, Spaniens Sportminister, versucht denn auch, die Wogen zu glätten. Auf Seiten der Iberer geht momentan nicht wirklich jemand davon aus, dass die Drohungen Realität werden könnten.
Das dürfte natürlich auch nicht im Sinne der FIFA sein. Dennoch bietet diese Angelegenheit eine ideale Möglichkeit, die Machpotenziale des Weltfußballverbandes auszuloten. In diesem Zusammenhang spricht Joseph Blatter gern über den Einfluss und die Stärke seiner Organisation: "Die FIFA ist wie die Vereinten Nationen. Im Gegensatz zur UNO hat sie aber mehr Mitglieder und mehr Macht." Und dass es sich dabei nicht lediglich um hohle Phrasen und leere Drohungen handelt, hat die Vergangenheit bereits gezeigt. Vor allem in Asien und Afrika wurde die staatliche Einmischung in die Belange von Fußballverbänden geahndet. Den Iran traf es 2006, Kuwait 2007, Kenia 2004 - um nur drei Beispiele für vorübergehende Suspendierungen zu nennen. Selbst in Europa war dies jüngst bereits ein Thema. So drohte Europameister Griechenland eben wegen politischer Einflussnahme der Ausschluss von der Qualifikation zur EM 2008. |
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Spanien
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