England löst EM-Ticket08. 10. 2011 – Enrico Barz
Der siebte EM-Teilnehmer steht fest. Am Abend löste England das Ticket zur Endrunde im kommenden Jahr. Wie genau sich dies zutrug, und was sonst noch in den neun Gruppen passierte, können Sie hier nachlesen.
Belgien zieht an der Türkei vorbei
In der Gruppe A war Platz eins längst vergeben. Die deutsche Mannschaft untermauerte ihre Stellung mit einem weiteren Sieg. Dahinter hat sich alles auf einen Zweikampf um Relegationsrang zwei zugespitzt. Um diesen streiten Belgien und die Türkei. Über den türkischen Rückschlag können Sie sich an anderer Stelle informieren. Die Belgier zumindest nutzten dies, gaben sich beim 4:1 gegen Kasachstan keine Blöße und stürmten in der Tabelle an den Türken vorbei. Im König-Baudouin-Stadion von Brüssel fielen die Würfel kurz vor und nach der Pause. Timmy Simons (40., Foulelfmeter), Eden Hazard (43.) und Vincent Kompany (49.) stellten die Weichen auf Sieg. Dem ließ Marvin Ogunjimi ein viertes Tor folgen (84.). Der Ehrentreffer von Kairat Nurdauletov (86., Foulelfmeter) hatte für die Kasachen nur noch statistischen Wert. Zu diesem Zeitpunkt agierten die Gäste bereits in Unterzahl, nachdem Nurtas Kurgulin in der 59. Minute nach einem groben Foul des Feldes verwiesen wurde.
In einem weiteren Spiel des Abends hatte sich Österreich in Aserbaidschan mit 4:1 durchgesetzt. Beide Mannschaften aber waren bereits ohne jegliche Chancen auf einen der ersten beiden Plätze in der Tabelle. Die Tore für die Österreicher erzielten Andreas Ivanschitz (34.) Marc Janko (52., 62.) und Zlatko Junuzovic (90.+1).
Russland mit der besten Ausgangsposition in der Gruppe B
Die Slowakei hat sich aus dem Rennen um die EM-Fahrkarten verabschiedet. Die Mannschaft von Trainer Vladimír Weiss verlor vor heimischem Publikum gegen Russland mit 0:1. Alan Dzagoev sorgte für den entscheidenden Treffer (71.) vor 10.087 Zuschauern in Žilina. Die Russen verteidigten damit ihre Tabellenführung und müssen am Dienstag nur noch ihre Pflichtaufgabe gegen Andorra erfüllen, um die Reise zur EM-Endrunde buchen zu können. In dem Fall würden die beiden Verfolger Irland und Armenien am letzten Spieltag im direkten Duell nur noch um Platz zwei spielen. Diese Ausgangsposition verschafften sich die Iren durch ein 2:0 in Andorra. Kevin Doyle (8.) und Aiden McGeady (20.) sorgten früh für die Tore. Und die Armenier setzten sich mit 4:1 gegen Mazedonien durch. Marcos Pizzelli (28.), Henrik Mkhitaryan (34.), Gevorg Ghazaryan (69.) und Artur Sarkisov (90.+1) markierten die armenischen Treffer. Für die dezimierten Mazedonier (Gelb-Rot für Kapitän Velice Sumulikoski in der 53. Minute) traf Vance Sikov (86.).
Estland klettert auf Rang zwei
In der Gruppe C befand sich Spitzenreiter Italien bereits im sicheren Hafen. Dennoch knöpfte die Mannschaft von Cesare Prandelli den Serben beim 1:1 in Belgrad Punkte ab. Claudio Marchisio hatte die "Squadra Azzurra" früh in Führung gebracht (2.). Branislav Ivanović gelang nur noch der Ausgleich (26.). Dadurch macht sich in Estland Hoffnung breit. Die Balten schlugen Nordirland in Belfast mit 2:1. Die Führung der Gastgeber, erzielt durch Kapitän Steven Davis, verwandelte der eingewechselte Konstantin Vassiljev (77., 84.) im Windsor Park in einen estnischen Sieg. Das Team von Trainer Tarmo Rüütli schob sich damit auf Position zwei, einen Zähler vor Serbien. Für Estland allerdings war das bereits das letzte Spiel. So haben es die Serben in der Hand, am Dienstag in Slowenien mit einem Sieg wieder vorbeizuziehen. Ein Remis genügt nicht, da Estland den direkten Vergleich für sich entschieden hat.
Frankreich oder Bosnien-Herzegowina
Auf ein echtes Endspiel um die beiden Spitzenplätze läuft es in der Gruppe D hinaus. Frankreich und Bosnien-Herzegowina werden dies im direkten Duell unter sich ausmachen. Mit klaren Siegen arbeiteten die beiden Mannschaften auf dieses Finale hin. Die Franzosen schlugen im Stade de France Albanien durch Tore von Florent Malouda (11.), Loïc Remy (38.) und Anthony Réveillière (67.) mit 3:0. Und die Bosnier feierten in Zenica einen deutlichen 5:0-Erfolg gegen Luxemburg. Edin Džeko (12.), Zvjezdan Misimović (15., 22. Elfmeter), Miralem Pjanić (36.) und Haris Medunjanin (51.) erzielten die Treffer.
In einer dritten, letztlich unbedeutenden Partie trennten sich Rumänien und Weißrussland in Bukarest 2:2. Die Gastgeber gingen durch Adrian Mutu zweimal in Führung (19., 51. Elfmeter). Sergei Kornilenko (45.) und Stanislav Dragun (82.) konnten für die Mannschaft des scheidenden Trainers Bernd Stange ausgleichen.
Schweden positioniert sich hinter der "Elftal"
In der Gruppe E sind fast alle Entscheidungen bereits gefallen. Hinter EM-Teilnehmer Niederlande wird Schweden einkommen und darf sich in der Relegation versuchen. Es besteht aber auch noch die Aussicht, bester Gruppenzweiter zu werden. Zu verdanken hat die Mannschaft von Trainer Erik Hamrén diese Position dem 2:1-Sieg im skandinavischen Duell gegen Finnland. Im Olympiastadion von Helsinki brachten Sebastian Larsson (8.) und Martin Olsson (52.) die Gäste auf die Siegerstraße. Joona Toivio konnte für die Finnen nur noch verkürzen (73.).
Die am Freitag spielfreien Ungarn können als derzeit Dritter die Schweden nicht mehr gefährden, da der direkte Vergleich an die Skandinavier ging.
Unterdessen steuert Klaas-Jan Huntelaar der Torjägerkrone entgegen. Beim 1:0-Sieg der Niederländer gegen Moldawien erzielte der Schalker seinen elften Treffer im laufenden Wettbewerb – zwei mehr als Verfolger Miroslav Klose.
Griechenland im Vorteil
Im Spitzenspiel der Gruppe F hat sich Griechenland eine erstklassige Ausgangsposition für die direkte EM-Qualifikation verschafft. Der schärfste Konkurrent Kroatien wurde durch einen 2:0-Erfolg auf Distanz gehalten. In einem äußerst schwachen Spiel trafen Giorgos Samaras (71.) und Theofanis Gekas (79.). In der abschließenden Partie gegen Georgien genügt den Hellenen nun ein Remis. Kroatien muss am Dienstag vor heimischem Publikum gegen Lettland unbedingt gewinnen, um überhaupt noch eine Chance auf Rang eins zu haben.
In einer zweiten Partie am Abend schlug Lettland die Auswahl Maltas mit 2:0.
Entscheidungen in der Gruppe G gefallen
Die Spitzenteams der Gruppe G trafen am Freitag direkt aufeinander. Dabei genügte den Engländern in Podgorica ein 2:2, um sich vorzeitig für die EURO 2012 zu qualifizieren. Ashley Young (11.) und Darren Bent (31.) leisteten dafür ihren Beitrag. Dass es am Ende nicht zum Sieg reichte, hatten die nimmermüden Montenegriner zu verantworten. Elsad Zverotić sorgte noch kurz vor der Pause für den Anschluss (45.). Und nachdem Wayne Rooney in der 74. Minute wegen Nachtretens des Feldes verwiesen worden war, gelang dem eingewechselten Andrija Delibašić in der Nachspielzeit tatsächlich noch der Ausgleich (90.+1). Für Montenegro war dieser Treffer Gold wert, sicherte er doch Relegationsplatz zwei – auch weil die Schweiz in Wales mit 0:2 verlor. Vor 12.317 Zuschauern in Swansea sah zunächst Reto Ziegler Rot, ehe Aaron Ramsey (60. Elfmeter) und Gareth Bale (71.) die letzten Hoffungen von Eigenossen-Trainer Ottmar Hitzfeld zunichte machten.
Portugal oder Dänemark - wer fährt zur EM?
Drei Mannschaften ringen in der Gruppe H um die entscheidenden Plätze. Zwischen Portugal und Dänemark geht es um Platz eins. Beide feierten am Abend Pflichtsiege. Dänemark gewann auf Zypern mit 4:1. In Nikosia machten Lars Jacobsen (7.), Dennis Rommedahl (11., 22.) und Michael Krohn-Dehli (20.) bereits in der Anfangsphase alles klar für das Team von Morten Olsen. Andreas Avraam konnte für Zypern nur noch verkürzen (45.+1).
Torreich ging es in Porto zu. Mit 5:3 bezwang Portugal den Gast aus Island. "Nani" (13., 21.) und Hélder Postiga (44.) sorgten in der ersten Hälfte für eine beruhigende Führung. Doch ließ die Elf von Trainer Paolo Bento den Gegner noch einmal aufkommen. So sorgte Hallgrímur Jónasson mit zwei Treffern für Spannung (48., 68.). Erst in der Schlussphase entschieden João Moutinho (81.) und Eliseu (87.) die Partie. Island kam dann nur noch zu einer Resultatsverbesserung durch einen verwandelten Elfmeter von Gylfi Sigurdsson (90.+4).
Am kommenden Dienstag treffen die punktgleichen Teams aus Dänemark und Portugal direkt aufeinander. Norwegen kann als Tabellendritter noch auf Rang zwei hoffen, muss dafür aber gegen Zypern gewinnen. Sollten die Portugiesen Dänemark schlagen, nützt den Norwegern auch ein Sieg zum Abschluss nichts.
Spanien läuft allen davon
Der Titelverteidiger zieht in der Gruppe I einsam seine Kreise. Spanien entschied auch das siebte Spiel der laufenden Qualifikation für sich. In Prag wurde Tschechien mit 2:0 bezwungen. Vor 17.873 Zuschauern erzielten Juan Manuel Mata (7.) und "Xabi" Alonso (23.) die Treffer. Tschechiens Tomáš Hübschman sah nach einem harten Foul am zweiten spanischen Torschützen die Rote Karte (70.). Trotz der Niederlage darf die Mannschaft von Trainer Michal Bílek noch auf die Relegation hoffen.
Schottland klettert auf Rang zwei
Schottland bleibt im Rennen um einen Relegationsplatz. Die Mannschaft von Trainer Craig Levein siegte am Samstagabend in Liechtenstein knapp mit 1:0 und zog durch diesen Erfolg in der Tabelle der Gruppe I an Tschechien vorbei auf Platz zwei. Den Treffer des Tages in Vaduz erzielte Craig Mackail-Smith in der 32. Spielminute. |
|
|
EM-Qualifikation
|