Sperren für französische Nationalspieler18. 08. 2010 - Enrico Barz
Der französische Fußballverband FFF hat eher unbeholfen auf das desolate Auftreten seiner Nationalmannschaft bei der WM in Südafrika reagiert. Man griff sich die Rädelsführer heraus - zumindest die, die man dafür hielt, und verhängte einige Sperren. Richtig hart traf es Nicolas Anelka. Er darf 18 Spiele lang nicht für die "Équipe Tricolore" auflaufen. Seine Trainerbeleidigung in der Halbzeitpause des Gruppenspiels gegen Mexiko gilt als Auslöser des Eklats, der in einem Trainingsstreik gipfelte. Die wahren Ursachen freilich müssen ganz woanders liegen. Inwieweit diese Gründe während der Anhörung vor der Disziplinar-Kommission aufgedeckt wurden, ist nicht bekannt. Stattdessen wurden ferner Patrice Evra für fünf, Franck Ribéry für drei Spiele und Jérémy Toulalan für eine Partie suspendiert.
Vermutlich ist mit dem Ende der Amtszeit von Trainer Raymond Domenech zumindest einer der Gründe beseitigt worden. Um den Rest bzw. um den Aufbau eines neuen Teams, eines neuen Mannschaftsgeistes muss sich nun Laurent Blanc kümmern, der das Amt des Nationaltrainers nach der WM übernommen hat.
Während Franck Ribéry von einer großen Enttäuschung sprach, nach Ablauf seiner Sperre aber gern wieder für Frankreich spielen würde, ist das Thema Nationalmannschaft für Nicolas Anelka ohnehin Geschichte. Nach Bekanntwerden seiner Strafe legte der Stürmer vom FC Chelsea London nochmals nach, äußerte sich erneut abfällig gegen über dem Verband.
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